Schlagintweit / Forstner: Kunstgeschichte.
Stile erkennen - von der Antike bis zur Moderne

248 Seiten mit über 600 Illustrationen. Broschiert.
ISBN 978-3-7965-1071-7
€ (D) 24.50 / sFr. 35.- / € (A) 25.50.-
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Kunstgeschichte-Buch
Hans Schlagintweit, Kunststile, Kunstgeschichte, Kunsthistorik
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Kunstgeschichte - Stile erkennenKunstgeschichte - Kunsthistorik
Kunsttile erkennen
 

 

(Ausschnitt)

Hochrenaissance (um 1500-1520/30)

Dieser Epochenabschnitt umfasst eine relativ kurze Zeitspanne, die nicht weit über den Tod von Leonardo und Raffael hinausgeht. In der Hochrenaissance entstehen bedeutende Kunstwerke, die von späteren Künstlern noch nach Jahrhunderten als vorbildlich angesehen wurden. Der Schwerpunkt des künstlerischen Schaffens verlagert sich dabei von Florenz nach Rom und in andere Städte Italiens, wie z.B. Venedig, Mailand usw. Die Kunst jener Zeit ist untrennbar mit den grossen Künstlern Leonardo da Vinci, Michelangelo, Raffael und Tizian verbunden. Diese Zeit der hohen Renaissance endet mit der vom Papsttum provozierten Eroberung Roms durch Kaiser Karl V. (1527, Sacco di Roma).

Ein zentrales Merkmal der Hochrenaissance ist das künstlerische Streben nach Ausgewogenheit. Die Architekturtheoretiker forderten die konsequente Anwendung des Goldenen Schnittes (harmonische Teilung einer Strecke, z.B. der Höhe von Baugliedern usw., wobei sich der grössere Teil zur Gesamtlänge wie der kleinere Teil zum grösseren verhält). Gefordert wird die möglichst weitgehende mathematische Durchdringung aller Kunstgebiete. Mass, Zahl, Ordnung, gleichmässige geometrische Formen dienten der Kunst als Grundlagen. In der Malerei ist Kunst Nachahmung der Natur, jedoch nicht als blosses Abbild, sondern als geistige Durchdringung des Naturvorbildes. Gefordert werden Schönheit und Beseeltheit, Ebenmass - alles im Rahmen einer starken, aber lebendigen Idealisierung des Dargestellten fern von jedem platten Naturalismus.

1. Architektur der Hochrenaissance

Als idealer Grundriss gilt der Kreis. Diesen verwendet Bramante beim Bau einer Rundkirche in Rom, des Tempietto (um 1502) [1]. Der Zentralbau wird als vollkommene und ideale Form des Bauwerks, insbesondere des Kirchengebäudes, angesehen. Ein klassisches Beispiel hierfür ist Santa Maria della consolazione zu Todi, begonnen um 1508 [2]. Allerdings konnte sich der Zentralbau nicht allgemein durchsetzen; dem standen vermutlich liturgische Gründe und die alte Tradition des Langhausbaues entgegen. Auch der Petersdom in Rom war von Bramante ursprünglich als Zentralbau konzipiert worden.

Charakteristisch für die Baukunst der Hochrenaissance ist die Doppelsäule (oder der Doppelpilaster) als Stockwerkgliederung der Palastfassade [3], z. B. Palazzo Vidoni-Caffarelli in Rom, um 1515 von Raffael, der sich nicht nur als Maler, sondern auch als Architekt betätigte. Die Fassaden der Kirchengebäude bleiben dagegen in der Hochrenaissance eigentümlich flach, meist nur von wenigen Pilastern gegliedert. Sie folgen im wesentlichen dem in der frühen Renaissance von Alberti eingeführten zweigeschossigen Fassadenschema (Santa Maria Novella, um 1460, Florenz), wenn es sich um einen Bau mit tradiertem Langhaus in basilikalem Schema handelt, z. B. La Sagra zu Carpi von Baldassare Peruzzi, um 1515 [4].

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I. Systematischer Teil
zum Inhaltsverzeichnis II. Kunsthistorischer Teil

 

Hans Schlagintweit / Helene K. Forstner:
Kunstgeschichte.
Stile erkennen - von der Antike bis zur Moderne

5., überarbeitete und ergänzte Auflage. 2003.
248 Seiten mit über 600 Illustrationen. Broschiert.
€ (D) 24.50 / sFr. 35.- / € (A) 25.50
ISBN 978-3-7965-1071-7

 

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